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S-Bahn-Tunnel für Frankfurt

Die Kapazität der S-Bahn-Tunnel in München und Frankfurt ist erschöpft. Während in der bayerischen Millionenstadt mit rund 800.000 Fahrgästen pro Tag das Maximum erreicht ist, geht in der hessischen Metropole mit mehr als 500.000 Fahrgästen kaum noch etwas. München baut deshalb die zweite Röhre unter der Stadt und hat seit April Baurecht für das Milliardenprojekt. Und FrankfurtRheinMain? Hier hat noch nicht einmal die Diskussion über die Erweiterung der Tunnelkapazität begonnen. Ein gravierendes Versäumnis der Verkehrspolitik.

Kapazität des S-Bahn-Tunnels ist erschöpft

Dabei wächst die Stadt Frankfurt in einem Maße, wie es vor wenigen Jahren noch nicht vorstellbar gewesen ist. Frankfurts ehemaliger Planungsdezernent Edwin Schwarz war 2011 noch davon ausgegangen, dass die Stadt am Main erst im Jahre 2030 etwa 724.000 Einwohner haben wird; tatsächlich wohnten bereits Ende 2015 genau 724 486 Männer, Frauen und Kinder in Frankfurt. Auch der Kernraum der Metropolregion FrankfurtRheinMain zieht immer mehr Menschen an.

Die Kapazitäten gerade der Autobahnen ist morgens und abends erschöpft, extreme Wetterlagen wie Mitte Juni zeigen zudem, wie schnell das Verkehrssystem kollabieren kann. Obwohl überfüllte S-Bahnen und Busse inzwischen Alltagserfahrungen sind wie der morgendliche und abendliche Stau auf den Autobahnen rund um Frankfurt, führt niemand eine Debatte über die Frage, wie der schienengebundene Personennahverkehr in der Metropolregion FRM so ausgebaut werden muss, dass die Mobilität von hunderttausenden Pendlern auch in 20 Jahren noch sichergestellt ist.

Rechnet man den Zuwachs der Fahrgäste im RMV zwischen 1996 und 2015 auf die Zeitspanne bis 2035 hoch, wird der Verkehrsverbund dann fast eine Milliarde Kunden im Jahr befördern. Mit dem vorhandenen System und einem einzigen Tunnel unter der Stadt Frankfurt wird das nicht mehr möglich sein. Hinzu kommt, dass mit der Planfeststellung für den Bau der nordmainischen S-Bahn eine weitere Linie den S-Bahn-Tunnel nutzen wird.

Das fatale Versäumnis, diese Frage zu diskutieren, zählt vermutlich zu den gravierendsten Fehlern der regionalen Verkehrspolitik. Wer die Verkehrswende einleiten und den Umweltverbund in weit größerem Maße als bislang stärken will, ist vor allem auf den schienengebundenen Personenverkehr angewiesen. Die Risiken des Nicht-Handelns sind enorm: Ein ÖPNV in der Metropolregion, der kollabiert, wird enormen volkswirtschaftlichen Schaden für Stadt und Metropolregion gleichermaßen verursachen.

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